Was ist Resilienz?

Viele haben zumindest schon einmal von Resilienz gehört. Nicht immer verbirgt sich dahinter ein fundiertes Verständnis. Das aber ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Selbstorganisation und Selbstwirksamkeit.

Auf die obige Frage hören wir Assoziationen wie:

  • „Wie ein Fels in der Brandung …“
  • „Stehauf-Mensch …“
  • „Das wirft mich so schnell nicht um …“
  • „Das eigene Schicksal in die Hand nehmen …“
  • „Sich nicht unterkriegen lassen …“

Wir kennen solche Redensarten, die uns in vielen Situationen mitgegeben werden. Sie können uns motivieren und stärken. Wie die oben aufgeführten diejenigen Menschen, die aus Stresssituationen, schwierigen Lebensumständen, Krisen, ja sogar traumatischen Erlebnissen weitgehend unbeschadet hervorgehen. Ihre Resilienz, d.h. ihre psychische Widerstandsfähigkeit, ist stark ausgeprägt.

Aber nicht immer helfen uns solche Leitgedanken wie in Sprüchen und Redensarten. Sie können uns im Gegenteil auch behindern, noch mehr Druck erzeugen, das Empfinden von negativem Stress erhöhen. Woher kommen diese unterschiedlichen Wahrnehmungen und:

Können wir lernen, resilient / resilienter zu werden?

Diese Frage stellt sich dann schnell. Und die Antwort der Resilienzforschung (Pioniere waren vor allem Emmy Werner und Ruth Smith) ist eindeutig: Ja!

Es mag sehr hilfreich für uns sein zu wissen, dass nur ein Teil der Resilienz bereits in unserer frühen Kindheit angelegt ist. Resilienz ist darüber hinaus ein Ergebnis von Strategien, die wir Menschen im Laufe unseres Lebens zur Bewältigung von Stress, Problemen und Krisen erarbeiten.

Was können wir aktiv tun, wie können wir selbst gestalten?

Einigkeit herrscht in der Wissenschaft darüber, dass wir Menschen in der Kindheit über günstige Voraussetzungen für die Ausbildung von Resilienz verfügen. Zu deren Entwicklung gehört dann die Erfüllung von unseren menschlichen Grundbedürfnissen, die uns unser ganzes Leben begleiten:

  • eine verlässliche und sichere Bindung zu mindestens einer Bezugsperson
  • ein förderliches Umfeld, in dem Akzeptanz, Respekt und Unterstützung durch andere erlebt wird
  • die Erfahrung, schwierige Situationen durch eigenes Denken, Verhalten und Handeln aktiv gestalten zu können
  • eine stabile Persönlichkeitskonstitution.

Im privaten und Beruflichen können wir aktiv Umgebungen schaffen, die das Lernen von Resilienz fördern. Indem wir die Schutz- bzw. Resilienzfaktoren nach derzeitigem Forschungsstand in unserem Handeln  berücksichtigen:

  • Emotionssteuerung (positive Gefühle pflegen, negative regulieren)
  • Optimismus und Hoffnung (positive Ergebniserwartung, Hoffnung auf Besserung)
  • Selbstwirksamkeit (Bewältigungskompetenz, Veränderungen herbeiführen)
  • Soziale Unterstützung (Hilfe / Unterstützung suchen und annehmen)
  • Sinn- und Werteorientierung (nach seinen Werten leben, Kraftquellen nutzen)
  • Zukunfts- und Lösungsorientierung (Vergangenheit akzeptieren, Ausrichtung auf Umsetzung und Lösung)

Unterstützung in Coaching und Training

Eines unserer Anliegen im Coaching und Training ist, Menschen und Organisationen achtsam in der Entwicklung dieser sieben gut erforschten Handlungsfelder zur Erlangung und Verstärkung von Resilienz zu unterstützen. Denn mithilfe dieser Maßnahmen können wir individuell konkrete Hilfestellung leisten und präventiv wirken.

Autorinnen: Anke Weigend, Sabine Horst
Bildrechte: Sabine Horst