Ein Beitrag von Sabine Horst mit Kommentaren von Annette Sparrer und Birgit Essensohn

Achtsam im Wald – Ein besonderer Spaziergang mit Entdeckungen und schönen Erlebnissen

Am ersten Sonntag im Juli haben wir unsere Reihe der offenen Veranstaltungen eröffnet mit Achtsam im Wald begleitet von Siegfried und Dagmar Dannwolf. Zu acht ging es vier wohltuende Stunden mit Innehalten und Pausen durch den Wald am Schloss Solitude. Das Wetter hätte herrlicher nicht sein können und bei der Hitze war schon alleine der Aufenthalt im Wald sehr erholsam. Das Stück Kuchen im Kleinen Café im Schloss Solitude bildete den krönenden Abschluss und ist nur zu empfehlen!

Siegfried und Dagmar haben uns im Wald zu einer Reise durch alle Sinne eingeladen. Hierfür hatten sie Impulse für verschiedene, sorgsam ausgewählte Wegstrecken und Waldorte vorbereitet. Diese luden uns ein, den Fokus unserer Aufmerksamkeit auf jeweils andere Sinneswahrnehmungen zu lenken: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen.

Erstaunlich, was unserer Aufmerksamkeit ohne diese Einladungen entgangen wäre! Und immer wieder wahrzunehmen, wohin die Gedanken abschweifen, wie schnell wir gedanklich nicht mehr im Hier und Jetzt sind!

Übung zur selektiven Wahrnehmung – nicht nur im Wald

Was für eine schöne Übung, die sich auf so viele andere (Er-)Lebensbereiche übertragen lässt. Denn wie oft

  • sind wir zwar körperlich anwesend, aber nicht gedanklich?
  • hören nicht richtig zu, schenken anderen nicht die respektvolle Aufmerksamkeit? Missverstehen im Zweifelsfall sogar was?
  • nehmen wir Dinge nicht wahr, die uns anders fühlen, denken, spüren lassen und sehen und fühlen mit einem Tunnelblick?

Vielleicht halten Sie gerade jetzt einmal inne, schließen die Augen und versuchen für einen Moment, einfach einmal nur zu hören. Oder etwas zu riechen. Spannend, was?

Resonanz der Teilnehmer/-innen

Für alle Teilnehmer/-innen war Achtsam im Wald ein rundum erholsames, entschleuinigendes und stärkendes Erlebnis mit angenehmen Anregungen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen – auch wenn der Wald gerade nicht in der Nähe ist. Und alle haben zudem sehr genossen, gemeinsam in dieser Runde unterwegs zu sein.

A. Sparrer schreibt uns:

„Besonders hat mir gefallen, dass wir in einer kleinen Gruppe in Präsenz angeleitet wurden und im Wald eine Achtsamkeit der besonderen Art erleben durften. Ich gehe seitdem achtsamer im Wald spazieren und berühre Holz und Blätter häufiger als zuvor. Außerdem benutze ich viel mehr meine Sinne und kann noch besser im Wald regenerieren.

Auf jeden Fall würde ich an einer ähnlichen Veranstaltung wieder teilnehmen, es ist eine wunderbare Art der Auszeit. Was Siegfried und Dagmar aus dem Thema gemacht haben, fand ich sehr spannend.

Mein Rat aus dieser Erfahrung an andere: Der Wald regeneriert nicht nur sich selbst immer wieder aufs Neue, sondern hat auch eine ganz besonders heilende Kraft für Körper und Geist. Deshalb rate ich allen, die es hören möchten, mindestens 3-4 Stunden pro Woche im Wald zu verbringen – ganz gleich auf welche Art und Weise.“

Und Birgit Essensohn erinnert:

„Ich war sehr angetan von der Umgebung – fernab von den Mainstream-Wanderwegen auf der Solitude. Das hat mir gut gefallen. Und dass wir mit kleinen Campingstühlen ausgestattet wurden, fand ich sehr aufmerksam.

Besonders gefallen haben mir  das bewusste Laufen, ohne groß miteinander zu reden – sich auf sich selbst zu konzentrieren, das Hören der Geräusche im Wald, das laue Lüftchen, das bewusste Gehen – und all dies mit den Gedanken in Verbindung zu bringen:

  • Wo stehe ich gerade?
  • Welche Hürden nehme ich gerade?
  • Was ist besonders einfach für mich und wo muss ich mich anstrengen?

Die Ruhe hat mir persönlich sehr gut getan.
Und ja, ich würde diese Veranstaltung weiterempfehlen und auch wieder dran teilnehmen.“

Bereicherung meines eigenen Erfahrungsschatzes

Für mich persönlich waren die Ruhe und das Innehalten ein wertvolles Erleben und vor allem auch, gemeinsam in Verbundenheit mit mir wohltuenden Menschen unterwegszusein. Menschen, die einen besonderen Zugang zu sich und anderen wertschätzen, die respektvoll mit sich und anderen umgehen, denen Gesundheit und Selbstfürsorge ein Anliegen ist.

Und dieses Erleben kann ich heute noch so lebendig aufrufen, als wäre ich wieder im Wald – in dieser angenehmen Gesellschaft und mit allen Sinnen. Jederzeit kann ich nun dieses Erleben aus meiner Erfahrungs-Schatzkiste hervorholen. Das stärkt mich in Situationen, in denen mir Ruhe und Gelassenheit abhanden kommen oder bei Ärger, Enttäuschungen, Trauer. Mir hilft das Wissen, dass ich aktiv etwas für mich tun kann, indem ich gedanklich “in den Wald gehe” und für mein Inneres, für mich sorge.

Im Austausch beim Kuchen war für mich besonders eindrücklich zu erfahren, dass die meisten in beruflichen, aber auch privaten Kontexten in der Vergangenheit keine guten bis schädlichen Erfahrungen gemacht haben, die teilweise mit gesundheitlichen Auswirkungen verbunden waren. Und diese sehr spürbaren Auswirkungen der Anlass sind, sich nun mit Gesundheit und Selbstfürsorge intensiver zu beschäftigen, dem mehr Raum im Leben zu geben. Einige stellten fest, dass sie sich wünschten, sie hätten diese Bedeutung früher erkannt.

Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt, denn eigentlich kann ein gesunder Umgang mit sich und anderen so einfach sein, wenn wir auf das Gespür in uns, das uns die Natur mitgegeben hat, mehr hören. Wenn wir uns wieder mehr spüren. Aber wir leben in Kontexten, die es uns dann doch oft schwer machen, natürlich und gesund zu leben. Und so müssen wir uns aktiver der Frage stellen, wie wir mit Dingen umgehen wollen. Mehr aus dem Autopiloten aussteigen und in die Dinge selbst in die Hand nehmen. Technische Entwicklungen wie Smartphones z.B. ermöglichen uns eine ständige Erreichbarkeit und viele andere Annehmlichkeiten, worin viel Gutes steckt. Darauf möchte ich beispielsweise nicht mehr unbedingt verzichten. Aber dann auch ständig erreichbar zu sein, ist wiederum das, was uns nicht gut tut, wofür wir Menschen auch nicht geschaffen sind. Wir müssen also Grenzen setzen und die können wir selbst gestalten. Um diese Räume für die eigenen Entscheidungen, Gestaltungen und Grenzen wahrzunehmen – auch die manchmal noch so kleinen – brauchen wir die Zeiten, um innezuhalten, zur Ruhe zu kommen. Und wir haben erlebt, wie dies z.B. im Wald wunderbar möglich ist.

Ganz herzlichen Dank an Siegfried und Dagmar. Euch ist es gelungen, das Programm wissenschaftlich fundiert und achtsam so aufzubereiten, dass es Leichtigkeit, Entspannung, Ruhe und Muße – einfach Wohlbefinden – ermöglichte.

“Was für ein schöner Sonntagseinstieg!” schrieb Birgit Essensohn noch als Dank.

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Wer sich näher für die Arbeit und Angebote von Dagmar und Siegfried Dannwolf interessiert, ist herzlich zu einem Besuch ihrer Webpage eingeladen.